Cryptopsy - And then you'll beg
Mein erster Kontakt zu Cryptopsy war das Album „And then you’ll beg“ von 2000. Ich habe es erst ein paar Jahre später zum ersten Mal gehört, war aber direkt von der schier wahnwitzigen Kompositionskunst der Kanadier gefesselt. Hier trifft hohe technische Komplexität auf unglaubliche Brutalität.
Sänger Mike DiSalvo, der zum vorherigen Album „Whisper Supremacy“ bei der Band eingestiegen ist, war nicht der typische Death Metal Sänger. Sein Stil ist deutlich weniger gekünsteltes Krümelmonster, sondern mehr im Hardcode verwurzelt. Das verleiht „And then you’ll beg“ abermals eine weitere Facette, die zur damaligen Zeit einmalig war. Heute mag dieser Gesangsstil mit ähnlicher musikalischer Untermalung im Hardcore und Deathcore jedoch gebräuchlicher sein. Aber im historischen Kontext ist das Gesamtbild wirklich ein einmaliges Kunstwerk.
Highlights
Shroud: In diesem Song zeigen Cryptopsy all ihr handwerkliches Können. Vertrakte Strukturen und Rhythmen treffen auf anspruchsvolle Instrumentarbeit. Dabei ist der Song nicht wirklich verkopft, sondern immer noch direkt und brutal. Das größte Highlight ist aber sicherlich der gekonnte Wechsel in Melodie ab 1:33. Dieser Überraschungsmoment macht den Track mega catchy und zeigt, dass Cryptopsy durchaus wissen, was sie tun und nicht einfach nur chaotischen Krach produzieren.