Sonntag, 6. September 2026

Morgen ist Abholung der Biotonne. Ich nutze die Gelegenheit für einen Rundgang durch den Garten. Auf der Terrasse begrüßt mich eine angenehme Wärme, die man im Inneren des Altbaus nicht vermutet hätte, und eine tiefstehende Sonne. Der Spätsommer meldet sich langsam an, begegnet mir mit wohlwollenden Erinnerungen an diese wunderschöne Jahreszeit. Der Garten selber präsentiert sich in perfekter Imperfektion. Teile des Rasens sind nach wie vor gezeichnet von der Hitze des Sommers, derweil unweit daneben die nächste Mahd notwendig erscheint. Überall klaffen offene Baustellen, angefangene Gruben vom Teichprojekt, aufgetürmte Erde im ehemaligen Gartenteich, wartend, dass daraus ein Magerhochbeet wird. Das Hühnerhaus steht provisorisch an einer Stelle und wartet auf die neuen Bewohner, die Benjeshecke auf weitere Befüllung durch den kommenden Winterschnitt. Dazwischen verteilt die Opfer der hohen Temperaturen vor wenigen Wochen. Es ist ruhig, windstill. Am Horizont zeichnet sich die renaturierte Halde, auf dem Gipfel die Windräder ruhend. Ich mag den Anblick und lausche dem rauschen der Autobahn, 2 Kilometer Luftlinie entfernt. Ich mag die Situation. Es ist die Blaue Stunde zwischen Aufbruch, Veränderung, Niedergang. Und es ist unsers. Nicht viel, nicht perfekt. Aber ehrlich. Und voller Arbeit.

Ich beschließe das Tagwerk für beendet. Nehme mit ein Bier und setze mich auf die Terrasse in die angenehmen Temperaturen des ausklingenden Sonntags. Und ich lausche zu klängen, die ich schon immer mit Spätsommer, Herbst assoziierte, obschon die Musiker dahinter wohl andere Intentionen hatten.