CD-Collection Revisited KW38

Aktuell digitalisiere ich ja meine alte CD-Sammlung.. Da kann ich auch direkt mal wieder in das ein oder andere Album reinhören, was irgendwie in Vergessenheit geraten ist. Warum nicht also auch ein paar Notizen dazu hier hinterlassen?

Diese Woche habe ich bereits die 468. CD digitalisiert. 108 mehr als zum letzten Beitrag. Natürlich habe ich diese CDs nicht alle gleichsam hören können, sondern eher selektiv gewisse Alben rausgepickt…


Ambossia: Pressorce Through Spate (Death Metal)

Die Band hat seinerzeit ziemliche Achtungserfolge in der Fanzine-Szene erlebt. Aber abseits von einem eben ziemlich zeitgenössischen Sound, bietet das Album halt nichts besonderes. Irgendwie langweiliger Krempel.

⭐


Sampler: „The Return Of The Black Warriors Vol. III“ (2000) und „In The Eyes Of Death III“ (2002)

Eigentlich bin ich ja kein großer Fan mehr von Samplern. Als ich jung war, waren diese Zusammenstellungen eine hervorragende Möglichkeit, neue Bands und Stile zu entdecken. Und freilich gab es auch sowas wie „Bravo Hits“ für andere Genre. Heute bevorzuge ich jedoch das EP und Alben-Format, um mich mit einer Band und ihrer Vision genauer auseinanderzusetzen. Die beiden genannten Sampler sind jedoch sehr schöne Zeitzeugnisse für meine musikalische Entwicklung und den damaligen Zeitgeist. Gerade „The Return Of The Black Warriors“ hat mich seinerzeit dem Black Metal näher gebracht, wenngleich damals noch nicht ganz von dem Genre überzeugt. Auch, wenn es ein wirkliches Zeugnis des damaligen Undergrounds ist, war es seinerzeit schon ein wenig verpöhnt, weil halt Last Episode Records. Es ist auf jeden Fall nicht massenkompatibel und schön rau. Etwas anders ist da „In The Eyes Of Death“ von Century Media Records, zusammengestellt vom Leif von Dew Scented. Alles etwas zugänglicher und massentauglicher. Was damals vielleicht noch als Extrema angesehen wurde, ist heute maximal das Warm-Up für die großen Festivals und kommt in ein paar Jahren sicher auch auf WDR 4 und im Fernsehgarten. Aber als persönliche Erinnerung bleiben beide CDs im Regal stehen.


Soul Demise: Beyond Human Perception (Melodic Death Metal)

Eigentlich bin ich an dieses Album mit wenig Erwartungen herangegangen. Ich dachte, das wäre wieder so ein Zeitgeist-Relikt meines früheren Selbsts. Und für mich ist das Genre „Melodic Death Metal“ ja auch irgendwie zum Oxymoron geworden, obschon mich über die Jahre At The Gates etwas versöhnen konnten. Natürlich war der Einstieg mit „Obedience to Authority“ direkt ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Das Eröffnungsriff ist halt mega gut und mega markant. Aber auch der Rest des Albums ist echt gut geschrieben und hat immer wieder hervorragendes Melodieverständnis und gleichzeitig die Menge Blastbeats, die (seinerzeit) im Genre oftmals eher Seltenheit waren. Am Ende bin ich wirklich sehr positiv von dem Album überrascht und frage mich, wie es so sehr aus meiner Erinnerung fallen konnte? Mea culpa, mea maxima culpa! Großartiges Ding!

⭐⭐⭐⭐⭐


Mental Amputation: Utter Subordination (Death/Thrash Metal)

Frei nach Marie Kondo: Does it spark joy? Nope. Also: Schlecht gemacht ist es ja nicht. Aber halt ziemlich belanglos. 🥱

⭐


Skeletal Remains: Beyond The Flesh (Death Metal)

Oldschool Death Metal, Death, Morgoth, Possessed. Aber mit deutlich mehr Wucht und Spielfreude, als die angestaubten Morfin. Kein Meilenstein, kaum Hervorstellungsmerkmale, einfach gut gemachte Unterhaltung. Ich mags.

⭐⭐⭐


Hexenhammer: Divine New Horrors (Death Metal)

Ach, de-ja-vu. Hexenhammer fangen sehr spannend an, bringen interessante Grooves und Rhythmen in den Death Metal, behalten aber diese gewisse Eigenständigkeit nicht über den gesamten Verlauf des Albums. Immer wieder kleine Achtungsmomente, aber im Gesamtbild leider eher generischer Death Metal.

⭐⭐


Morgoth: Cursed (Death Metal)

Für mich persönlich ja auf gleichem Niveau wie die ersten drei Alben von Death. Eigentlich verwunderlich, dass sie nicht die gleiche Stellung in der Geschichte einnehmen. Wahrscheinlich, weil eben ein bisschen zu spät. Aber in der Szene wissen die Kenner schon, was an „Cursed“ zu finden ist. Tolles Ding, ein wirklicher Klassiker.

⭐⭐⭐⭐