CD-Collection Revisited KW37

Aktuell digitalisiere ich ja meine alte CD-Sammlung.. Da kann ich auch direkt mal wieder in das ein od er andere Album reinhören, was irgendwie in Vergessenheit geraten ist. Warum nicht also auch ein paar Notizen dazu hier hinterlassen?

Diese Woche habe ich bereits die 360. CD digitalisiert. 89 mehr als zum letzten Beitrag. Natürlich habe ich diese CDs nicht alle gleichsam hören können, sondern eher selektiv gewisse Alben rausgepickt…


Phantom Stars / Devil’s Mother: Split-CD (Death’n Roll / Sludge)

Irgendwie klingt diese Split wie ein Tribute-Album. Phantom Stars machen einen auf Hellacopters, die Entombed-Cover-Songs spielen. Ganz solide, macht Spaß. Devil’s Mother haben zu viel Down gehört, und ich finde Down schon im original ziemlich scheiße. Absolut nicht meins. Sorry.

⭐⭐⭐ / ⭐


The Other Dimension: „The Other Dimension“ (Death Metal)

Die Death Metal Band eines Bekannten aus den späten 90ern, aus meinem kleinen besinnlichen Geburtsort. Ziemlich gut gemacht, und auch die Keyboards passen sehr gut ins Gesamtbild, obschon ich eigentlich kein Fan von Tasteninstrumenten im Death Metal bin. Insgesamt ein guter Achtungserfolg und gleichzeitig große Überraschung, dass diese 3 Track CD auf Discogs wohl zuweilen um die 60 Euro gehandelt wurde. Ich hätte nicht gedacht, dass die Welt überhaupt eine kleine Band aus Stolberg kennt?

⭐⭐⭐


Fear Factory: Obsolete (Industrial Metal)

Von vielen ja als Klassiker und Meilenstein gefeiert, finde ich persönlich ja andere Alben von Fear Factory besser, beispielsweise die „Mechanised“. Ist dennoch in Ordnung, das Album und wohl eine der ältesten CDs in meinem Bestand mit entsprechenden Abnutzungserscheinungen. Später wurde ich auch was pfleglicher mit meinen Tonträgern…

⭐⭐⭐


Desecration: Murder In Mind (Death Metal)

Schon ein ziemlich ruppiges Ding. Ich kann verstehen, warum ich die Band Anfang der 2000er live regelmäßig abgefeiert habe, ist schon ein reudiges Brett. Auf CD hingegen eher belanglos. Als Zeitzeugnis darf es dennoch in der Sammlung bleiben.

⭐⭐


Revolting: Visages Of The Unspeakable (Death Metal)

Rogga hat ja gefühlt 1000 Bands. Und das hier ist halt der Edge Of Sanity-Tribut. Schon nett gemacht, sehr melodisch, aber durchaus auch etwas hektischer und zuweilen überladener als das Original. Läuft dennoch gut durch, kommt aber natürlich nicht an die Klasse von Dan Swanö ran.

⭐⭐⭐


Hymen Holocaust: Hot Love (Goregrind)

Auch wenn Bandname und Albumtitel etwas anderes vermuten lassen, hier bekommt man ziemlich gut gemachten Goregrind / Porngrind. Die Gitarrenriffs sind im Genrevergleich richtig gut, man hat nicht nur Polka-Beat oder übertriebenes Drumcomputergewitter, sondern schon mal wunderschön langsame und düstere Passagen und Crust D-Beats. Wäre da nicht der üble Harmonizer, hätte das Album auch über die Grenzen des Mikro-Genres hinaus Potential. Weitere Achtungspunkte gibt es natürlich für die enge Anlehnung an den Buttgereit-Film. Irgendwie ein Geheimtipp.

⭐⭐⭐⭐


Tears Of Decay: Saprophyt (Brutal Death Metal)

Hach, Instant wieder 20. So klang damals Death Metal. Zugegeben, nicht mit irgendwelchen hervorstechenden Alleinstellungsmerkmalen, nicht mit großer Wiedererkennbarkeit. Einfach mit sägenden Gitarren und flitzeschneller Kochtopf-Snaredrum. Ich nehme es als Zeitzeugnis, Nostalgiemoment und vielleicht als Hintergrundrauschen für Sport, Gartenarbeit oder stupide Bürotätigkeiten.

⭐⭐⭐


Sanity’s Dawn: Chop Copper (Grindcore, Powerviolence)

Nicht nur hat das Album das wohl großartigste Cover der Welt, es ist auch eine durchaus gelungene Mischung aus etwas Death Metal, Grindcore und Powerviolence. Auch wenn die Musik auf CD nicht ganz so kickt, wie live, machen Sanity’s Dawn einfach Spaß!

⭐⭐⭐


Nominon: The Cleansing (Death Metal)

Ich weiß noch, dass ich die Scheibe damals vom Hauber (Mystical Music Fanzine, Revel In Flesh) gekauft hatte. In Kommunikation über sein Magazin schwärmte er von dem Album, und dass er da quasi direkt einen Karton voll von der Band gekauft hätte. Also blind bestellt (es gab ja kein Spotify zum vorher anhören), aber seinerzeit passte das Album scheinbar nicht in meinen Musikgeschmack. Es war halt damals eher der Brutal Death Metal Zeitgeist. Lange Zeit geriet das Album also in Vergessenheit und wurde bei der aktuellen Ripping-Aktion nochmal wiedergefunden. Heute hinterlässt es einen sehr ordentlichen Eindruck. Gefällt.

⭐⭐⭐


Morfin: Inoculation (Death Metal)

Morfin klingen so, als ob man sich „Leprosy“ oder „Seven Churches“ als Topfpflanzen im Baumarkt gekauft hätte und dann vergessen hätte, diese zu gießen. Trocken, etwas verstaubt und irgendwie was mickrig. Klar, da sind ein paar nette Riffs bei, und manchmal ist das unaufgeregte, fast schon AC/DC-eske Drumming fast schon cool. Aber insgesamt auch irgendwie leblos. Sollte Death Metal nicht gerade ein energetisches Genre sein? Immerhin gibt es ein Bass-Solo als Individualtrack, Metallica lassen grüßen. Wahrscheinlich bin ich aber auch gerade strenger zu der Scheibe, als angemessen. Schlecht ist sie ja nicht, nur eben ziemlich unspektakulär.

⭐


Alligator Rodeo: Alligator Rodeo (Sludge)

Die CD war sogar noch eingeschweißt. Mutmaßlich eine Promo, die ich ungefragt bekommen habe. Und die Hörprüfung bestätigt: Ja, sowas hätte ich mir nie gekauft. Und auch nie besprochen. Das ist wieder so Down / Crowbar Sludge Krempel. Normalerweise finde ich totalen Krach mega beruhigend, finde meinen Zen zwischen Ulcerate, Deathspell Omega und Last Days Of Humanity. Aber so Redneck Kram wie Alligator Rodeo, Down und Konsorten macht mich irgendwie aggressiv. Aber nicht im positiv-energetischen Sinne.

🤮


Falconer: Chapters From A Vale Forlorn (Power Metal, Folk Metal)

Eigentlich finde ich Power Metal ja ein ziemlich unnützes Genre. Party-Musik für Rollenspieler mit grauenvoller instrumentaler Untermalung. Aber irgendwas machen Falconer anders. Natürlich hört man Bezüge zu Blind Guardian heraus. Ich höre hier aber auch die geistige Nachfolge von Ashbury. Gerade die Folk-Note ist bei den Schweden auch immer sehr präsent. Und dennoch verzaubern mich ein paar der coolen Riffs und der Gesangsmelodien immer wieder. Und gelegentlich sind Falconer halt auch angenehm schnell. Ich nehme die Band einfach mal als Ausnahme von meiner Regel „Power Metal ist Mumpitz“.

⭐⭐⭐⭐


Undead: A Tribute to Disrupt (Crust, Grindcore)

Eigentlich eine nette Compilation, um die Crust-Legende Disrupt zu würdigen. Natürlich ist es eine Doppel-CD mit Dauergeballer. Bekanntere Namen treffen auf absoluten Untergrund. Und hat eigentlich auch nur Disrupt-Fans als Zielgruppe. Oder Menschen, die eben auf absolutes Geballer stehen. Quasi ein Nischenprodukt innerhalb einer Nische. Dennoch nett. Besonders auffallend sind die Doom-Version von Enth und Krush, die - ihrem eigentlichen Genre zum Trotz - eine EBM-Version abgeliefert haben. Die fand ich besonders nett! Allerdings ist das Cover ein No-Go. Was hat bitte ein Zombie Ronald McDonald mit Disrupt zu tun? Vielleicht verstehe ich den Insider-Joke einfach nicht. Für mich ist das Artwork aber eigentlich schon immer eher ein Grund gewesen, dass ich die CD schlicht im Schrank stehen lassen…

🤡🤡🤡