Compost.party: Ein etwas anderer Upcycling Server
Ich mag ja ungewöhnliche Bastelprojekte. Und ich mag low-tech/smol-tech oder wie auch immer man das heute nennen mag. Gerade in Zeiten, wo AI-Rechenzentren die Preise für RAM, SSD und HDD in die Höhe treiben, sollten wir alle vielleicht mal überlegen, wo man mit „schwacher“ Hardware vielleicht doch schon den Einsatzzweck erfüllen kann. Ich denke, es ist bei vielen Leuten noch ein Fehlkonzept, dass man dicke Server für das Homelab braucht; manchmal reicht bereits ein kleiner Raspi unterm Schreibtisch…
Die Idee von compost.party ist ein sehr schöner Showcase:
Das Projekt compost.party wirkt wie ein digitales Biotop. Im Kern handelt es sich um einen experimentellen Webserver, der auf einem alten Smartphone läuft und ausschließlich durch Photovoltaik betrieben wird. Anlass war ein Telefon mit defektem Display und ein geschenktes Solarmodul. Mit PostmarketOS wurde aus dem Android-Gerät ein Linux-Server auf einem Dach in Berlin.
Das ungewöhnliche Setup ist nicht nur technische Spielerei, sondern programmatische Haltung: Das Projekt versteht sich als Teil Permacomputing-Bewegung, also dem Ansatz, der digitale Technik im Sinne nachhaltiger, kreislauforientierter Praktiken neu denkt und dabei Fortschritt nicht über Wachstum und Austauschzyklen definiert, sondern über ihre Vereinbarkeit mit ökologischen Grenzen und langfristiger Funktionalität. Charakteristisch ist die bewusst fragile Infrastruktur: Der Webserver liefert die Seiten nur aus, solange die Sonne genug Energie liefert. Das wird durch eine Batteriestandanzeige auf der Seite transparent gemacht und macht compost.party zu einem Gegenentwurf zur permanent verfügbaren Cloud. Nutzer können eigene kleine Projekte, Texte oder Seiten beisteuern, die auf dem Kompost Blumen blühen lassen.
Via @fiff_de@mastodon.bits-und-baeume.org und via heise.de.