CachyOS: Erste Eindrücke

Auf meinem Dell XPS 13 von 2017 lief schon sehr lange Manjaro Linux, bestimmt sieben Jahre. In der Zeit haben sich sowohl Anforderungen geändert, verfügbare Software verbessert und natürlich auch eine ganze Menge Müll auf dem System angesammelt. Für Home-Office nutze ich den Rechner schon lange nicht mehr, hatte aber immer noch alte Überreste von Entwicklungswerkzeugen installiert oder im Home-Verzeichnis rumfliegen. Anfangs nutzte ich i3, später Qtile als Window Manager, zum Ende hin dann Sway. Dazu probiert man immer wieder mal neue Software aus, die man am Ende eh nicht produktiv nutzt und die Datenmüllhalde ist perfekt. Ich wollte schon länger mal komplett frisch aufsetzen und hatte eigentlich auch wieder Manjaro im Auge, vielleicht diesmal in der Sway Community Edition. Doch jüngst gab es wohl was Knatsch bei Manjaro, der sich zwar scheinbar etwas aufgelöst hat, aber dennoch gewisse Zweifel säte.

Aktuell ist CashyOS aber wohl der heiße Scheiß! Die Distro basiert auch auf Archlinux, hat aber wohl angepasste und optimierte Kernel, sodass mancher diese gar in Manjaro nutzen will. Warum nicht also mal was neues probieren?

Wenn man schon ein paar Mal Linux installiert hat, ist das spannendste wohl weiterhin, mit welcher Taste man im Bios / (U)EFI in das Bootmenü gelangt. Danach ist man mittlerweile eigentlich bei jeder Distro schnell im Livesystem und kann dort installieren. Bei Cachy über den bekannten Calamares Installer, der aber erstaunlich viele Optionen bietet, von alternativen Bootloadern hin zu einer breiten Palette an Dateisystemen. Ich war da wieder was konservativ und bin bei Grub und Ext4 geblieben. Wie geplant, habe ich als Desktop Sway gewählt, auch wenn mich MangoWM ein wenig reizte. Vielleicht später mal…

Schade, dass man bei CachyOS zwar eine breite Auswahl an Desktops hat, aber scheinbar nicht alle direkt schon vorkonfiguriert sind. Mein Sway startete also ohne Hintergrundbild und mit englischem Tastaturlayout. Also aus meinem Git meine alte Konfiguration herausgezogen und alles wieder auf die gewohnte Umgebung gebracht, nur um dann festzustellen, dass ich noch swaybg (und einige andere Helfer wie mako, waybar oder rofi) nachinstallieren musste.

Angenehm ist die vorinstallierte Zsh-Konfiguration und Powerlevel10k. Die Fishshell ist hingegen nicht so meins. Doch am Ende war erstmal alles unspektakulär und ich hatte wieder mein lauffähiges System mit gewohnter Umgebung.

Doch der größte Unterschied, der das Einrichten etwas sperrig machte, war der Package Manager. CashyOS nutzt natürlich auch pacman von Archlinux. Aber es gibt kein pamac wie bei Manjaro. Das empfinden wohl auch andere als Manko. Dafür gibt es Shelly, das im Grundprinzip erstmal richtig cool klingt: Arch-Repos, AUR, Flatpak, alles unter einer Haube. Sowohl mit GUI und auch CLI (yeah!!!). Gäbe es nicht bei der Installation einiger AUR-Pakete schlicht ein:

Failed to download package

Keine Weitere Information. System abermals komplett aktualisiert, ping und curl auf das AUR, alles ohne irgendwelche Auffälligkeiten. In der GUI konnte ich erstmal AUR und Flatpaks aktivieren, aber auch das brachte mir keinen Erfolg bei der Installation von Spotify. Aber gut, dafür hat Archlinux den spotify-launcher, der erledigt auch seinen Dienst.

Soweit, so unspektakulär eigentlich. Beim Boot habe ich noch keinen merklichen Performance-Gewinn durch die neue Distro gemerkt. Dank dotfiles sieht alles aus wie vorher und verhält sich genau so. Nur eben auf einem sauberen Betriebssystem. Mal schauen, wie sich CashyOS nun weiter im Alltag beweist.