This Is How I Work

Update 2026-03-17: Ich habe diesen Beitrag in meinem Archiv gefunden. Ursprünglich wurde er nie veröffentlicht und war im Status draft. Er ist immer noch unvollständig, aber der bestehende Text ist meiner Meinung nach ein nettes Zeitzeugnis, was ich nun doch retrospektiv veröffentliche.

Auf Lifehacker gibt es die Rubrik “How I Work”. Hier beschreiben diverse Persönlichkeiten ihre Arbeitsweisen. Und gelegentlich finde ich hier schon mal interessante Ansätze und Vorgehensweisen. Ähnliches gilt für mich übrigens auch für die Seite How I Vim, was aber durchaus geekiger ist. Davon inspiriert, wollte ich selber mal meine Arbeitsweise festhalten. Darum:

Ich bin Chris, Chefautor bei NecroSlaughter.de und TheNocturnalSilence.de, und so arbeite ich an meinen Reviews.

Ich mochte Musik und wollte meine Kenntnisse um HTML irgendwie nutzen. So ist 2003 aus meiner Begeisterung über bestimmte Alben eine kleine private Homepage entstanden. Immer mehr Bands, Veranstalter oder Labels wurden darauf aufmerksam und ich hatte auf einmal keine Webseite mehr, sondern ein “Webzine”. Seither ist viel passiert, NecroSlaughter.de wurde bekannter und ich bekomme täglich unzählige Veröffentlichungen zum Besprechen. Mit der Zeit hat sich mein Musikgeschmack etwas gewandelt und aus dem Hobby ist mehr oder weniger schon ein Zweitjob geworden. Ich musste mal etwas die Handbremse ziehen. Ich kam kaum mehr dazu, die Musik zu hören, die ich selber wirklich mochte, sondern wurde permanent nach ausstehenden Reviews gefragt. Als Konsequenz habe ich NecroSlaughter.de etwas heruntergefahren. Gleichzeitig aber die neue Spielwiese TheNocturnalSilence.de eröffnet, wo ich nur über Musik schreibe, die mich vollkommen begeistert. Hier sind mir aber auch Genre-Grenzen egal und ich arbeite komplett nach meinem eigenen Tempo…

Anmerkung: Ich beschreibe hier nur meine Arbeit als Autor für Musik-Reviews. Administrative Aufgaben um meine Cloud, das CMS hinter meinen Webzines oder die Entwicklung der Themes ist hier nicht relevant.

Arbeitsgrundlage

Grob orientiert an den Fragen von Lifehacker, gehe ich mal mein Setup durch…

Wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?

Über die Jahre ist mein Arbeitsplatz immer reduzierter geworden. Früher habe ich meist in meinem Arbeitszimmer gesessen, neben dem dicken CD-Regal, der Platten- und Kassetten-Sammlung. Entsprechende Abspielgeräte waren genau so essenziell, wie mein Desktop-Rechner. Da immer mehr Promo heute über MP3s abgewickelt wird und ich mich auch über die Zeit mehr und mehr von physischen Tonträgern verabschiedet habe, ist es heute eher einfach: Die meiste Musik höre ich unterwegs. Als Berufspendler habe ich recht viel Zeit. Die Musik selber ist auf meinem OnePlus Three, in meine Ohren kommt sie über meine Sony ZX330BT. Der Desktop-Rechner ist als primäres Arbeitsgerät schon lange dem Laptop gewichen, aktuell noch ein Lenovo Thinkpad Edge E330, demnächst ein Dell XPS 13. Als Betriebssystem setze ich auf Linux. Früher auf Archlinux und Ubuntu, aktuell auf Fedora. Zentraler Datenspeicher ist mein Synology DS416play NAS, wo ich von Laptop und Smartphone jederzeit auf meine Daten (sprich: die Musik) zugreifen kann.

Welche Apps, Software oder Tools nutzt Du und warum?

Unterwegs auf dem Smartphone:

  • Audio-Player: DS Audio - Die offizielle App von Synology, um Musik mit meinem NAS abzugleichen. Es gibt durchaus bessere Audioplayer unter Android, aber für die Synchronisierung meiner Musik gibt es nichts einfacheres.
  • Notizen: OwnCloud Notes - Wenn ich denn am Smartphone mal Notizen mache, dann speichere ich sie direkt in meiner privaten Cloud und kann am Rechner direkt drauf zugreifen
  • Aufgaben-Verwaltung: TaskDroid / TickTick - Aktuell bin ich da noch was wankelmütig. Einerseits liebe ich das simple TickTick als Aufgabenverwaltung, andererseits gibt es hier keine native Desktop-Anwendung für Linux. Mit TaskDroid kann ich meine Aufgaben in meiner NextCloud speichern und dann über Gnome ToDo oder den Browser betrachten… Mal sehen, worauf ich mich schlussendlich festlege.

Zum Arbeiten am Rechner:

  • Schreiben: NeoVim, Gedit, Typora - Ich mag einfache, flache Dateiformate meist mit Markdown formatierte Textdateien.
  • Synchronisation: Dropbox, NextCloud, Synology NAS - für unterschiedliche Zwecke nutze ich unterschiedliche Möglichkeiten. Neue Promos landen erstmal in meiner Dropbox. Mein NAS synchronisiert sich automatisch. Vom NAS aus beziehen dann Laptop und Smartphone ihre Musik. Notizen von unterwegs synchronisiere ich mit NextCloud, weil mir das flache Dateiformat besser gefällt, als der Evernote-Clone mit DS Note.
  • Musik-Hören: MOC, Rhythmbox, Spotify - Meine Musik liegt auf dem NAS, lokal über NFS eingebunden. Da kann ich mal eben schnell über die Kommandozeile mit MOC Musik anmachen. Auf die gleiche Bibliothek greift auf Rythmbox zu, wenn ich denn ein grafisches Programm mit Unterstützung meiner Multimedia-Tasten brauche. Und Spotify ist einfach super für Musik, die man nicht lokal vorliegen hat, nutze ich aber eigentlich eher im Büro oder über Tablet/Smartphone.
  • Web-Arbeit: Google Chrome als Browser, Google Inbox als mächtiger Mail-Client (lokal über Geary abgerufen), die Admin-GUIs von NextCloud, Wordpress oder dem Synology NAS.

Und darüber hinaus: Ein schlichtes, billiges Notizbuch, DinA5, karriert.

Wie verwaltest Du Deine Aufgaben?

Früher habe ich akribisch Listen geführt, wann welches Album wo herauskommt, mit Veröffentlichungstermin als Deadline. Doch mittlerweile werde ich so zugeschüttet mit Promos, dass ich das eigentlich nicht mehr sonderlich nachhalte. Durch die vielen Promos und Anfragen von Bands, Labels und Agenturen, habe ich fast den Spaß an meinen Webzines verloren. Seither schreibe ich nur noch über Musik, die mir wirklich gefällt. Und auch nur dann, wenn ich Lust und Zeit dazu habe.

Welche Veröffentlichungen ich noch besprechen will, sehe ich über die Musik auf meinem Smartphone. Wenn ich etwas besprochen habe, lösche ich es einfach wieder und halte so einen groben Überblick.

Neben Smartphone und Computer, auf welches Gadget kannst Du nicht verzichten und warum?

Damit ich von Laptop und Smartphone einfach auf alle wichtigen Daten zugreifen kann, ist mein NAS wohl die wichtigste Anschaffung der letzten Jahre gewesen.

Außerdem bin ich großer Fan vom Bullet Journaling und kann auf ein physisches Notizbuch nur selten verzichten.

Auswahl

Heute machen es sich viele Promo-Agenturen leicht: Die Impressums von allen möglichen Webzines werden nach Email-Adressen abgegrast und in den Verteiler aufgenommen. Egal ob es stilistisch passt oder nicht. Und so bekomme ich mittlerweile täglich an die 10 Promos zugeschickt. Die Auswahl ist häufig nicht so einfach. Manche Agenturen überspringe ich auf Grund des Namens genau so wie ich alles ignoriere, was an meine private Mailadresse kommt (woher haben die die überhaupt?).

Anschließend filter ich eigentlich sehr grob nach bekanntem Namen (egal ob große Band oder Underground-Tipp, der mal irgendwo aufgeschnappt wurde) oder entsprechenden Genren.

Nun werden die vorgefilterten Promos angehört. Wenn es im ersten Durchlauf gefällt, bleibt es auf dem Smartphone. Ansonsten wird es direkt wieder gelöscht und macht Platz für den nächsten Anwärter.