Lessons Learned: Bullet Journal - Teil 2
Im August letzten Jahres musste ich mein Notizbuch wechseln. Damals schrieb ich bereits meine ersten “Lessons Learned” zum Thema Bullet Journal. Von einer kleinen Kladde mit 96 Seiten bin ich auf ein gebundenes Notizbuch der Mayerschen gewechselt, in der infamen Annahme, dass 180 Seiten für die restlichen 5 Monate des Jahres wohl etwas überdimensioniert seien. Schlussendlich war das Jahr zu ende und das neue Bullet Journal bis zur letzten Seite voll. Aber gerade in den letzten 5 Monaten des letzten Jahres ist viel passiert und ich habe mein Bullet Journal intensiv genutzt. Teilweise als Tagebuch, teilweise um meine Gedanken zu strukturieren. Dabei hat mir die Verschriftlichung oft sehr geholfen.
Nun ist ein neues Jahr und ein neues Buch sollte her. Zum einen, weil das letzte vollgeschrieben war, zum anderen, weil ich auch für das neue Jahr symbolisch mit einem neuen Buch beginnen wollte. Meine Wahl viel dieses Mal auf ein Leuchtturm 1917 in Din A5 mit Dotgrid.
Zunächst ist diese Rasterung erstmal eine kleine Umstellung für mich gewesen. Man gewöhnt sich aber relativ schnell an die fehlenden Linien. Was ich allerdings schade finde: Der Index ist nicht bündig mit dem Punktraster und das Raster geht auf den einzelnen Seiten nicht ganz bis an den Rand. Das erschwert für mich etwas die seitlichen Markierungen der Themenbereiche.
Auch verstehe ich nicht ganz den Hype, der um das Papier gemacht wird. Mit meinem Pentel Energel habe ich recht starkes Ghosting und das Papier saugt die Tinte auch nicht sehr schnell auf. So verwische ich als Linkshänder schon mal schnell das Geschriebene. Aber ich nutze das Journal zur Selbstorganisation und nicht als Kunstwerk. Daher stört es mich weniger.
Die fehlende Stifschlaufe ist auch kein Thema für mich, da Caroll ja einen pfiffigen „Pen Trick“ in seinem Blog gezeigt hat. Bereits bei meinem letzten Notizbuch war die dedizierte Schlaufe zu eng für meinen Stift, weswegen ich bereits dort das Einbandgummi verwendet habe.
Richtig gereizt hätte mich in diesem Jahr mal ein fancy Notizbuch aus der Moleskin Sonderedition. Klarer Favorit: Batman! Aber leider gibt es das nur liniert, was für mich nicht praxistauglich ist. Aber wie gesagt, mein Notizbuch ist nur ein Mittel zum Zweck, weswegen ein einfaches schwarzes Notizbuch ausreicht.
Passend zum Jahreswechsel gab es auch einen passenden Blog-Eintrag von Caroll zur jährlichen Migration. Und ein nettes neues Modul für zukünftige Einträge.
Für Tracker habe ich nette Inspirationen bei Decade Thirty gefunden.
Doch ansonsten habe ich gelernt: Am besten funktioniert das Bullet Journal für mich in der ursprünglichen Form. So simpel wie möglich, so flexibel wie nötig. Nur so kann ich mich selber disziplinieren, wirklich alles aufzuschreiben, was ich brauche:
- Monatsübersicht auf einer Doppelseite. - eine Seite Kalendarium mit Terminen und Tracker für Sport
- gegenüberliegende Seite mit Aufgaben für diesen oder den Folgemonat
- Zu beginn jeder Woche eine neue Doppelseite. Am Anfang eine knappe Wochenübersicht in zwei Spalten: Termine und Aufgaben für die Woche
- Tägliche Einträge ganz traditionell nach Caroll
- Ausgaben werden nicht mehr auf einer dedizierten Seite festgehalten, sondern durch ein €-Symbol vor dem Eintrag markiert
- Collections einfach auf der nächsten freien Seite
- Notizen: Alles, was ich in diesem Moment relevant finde - Aufgaben
- Termine
- Ideen und Inspirationen
- Tagebuch-artige Einträge
Keine tausend Tracker, die ich immer wieder suchen muss und aus Faulheit vielleicht nicht permanent pflege, kein Colorcoding, kein Washi-Tape, keine Sketchnotes. KISS. Keep It Simple, Stupid. Denn: Less is more.