Bullet Journal - Inspirationen 2015

Eigentlich war mein Plan, dass 2014 der digitale Haushalt bei mir beginnt. Dokumente wurden eingescannt, der Einkaufszettel wird zusammen mit der Ehefrau (nachdem das grandiose Astrid leider geschlossen wurde) auf TickTick gepflegt, Bücher werden per Ebook-Reader gelesen und Filme wie Serien über Netflix und Konsorten gestreamt. Doch in einem Punkt bin ich wieder in der analogen Welt gelandet: Im Großteil meines Informationsmanagements.

Angefangen hat es damit, dass ich den Ansatz des Bullet Journals entdeckt habe. Bisher waren mir Kalender und Organizer immer zu statisch. Manche Ideen, Aufgaben und Notizen sind unabhängig von einem Kalendarium, an einem Tag muss man mehr erledigen, derweil an einem anderen Tag wenig bis gar nichts passiert.

Die Idee hinter dem Bullet Journal ist so simpel und flexibel, dass sie schlichtweg genial ist! Man benötigt lediglich ein leeres Notizbuch und dann wird der Inhalt dynamisch an die eigenen Anforderungen angepasst. Am Besten wird die Grundidee und das verwendete Markup im Video erklärt:

Seitdem ich dieses Konzept kennengelernt habe, traf ich im Internet auf einige Erweiterungen und Ideen zum Bullet Journal selber, zur Selbstorganisation oder zur Verwaltung von Notizen und Aufgaben. Natürlich habe ich auch persönliche Erfahrungen gemacht, die im stetigen Fluss zu einem ganz eigenen System geführt haben.

So wie das Video zum Bullet Journal im Mai 2015 eine kleine Aktualisierung bekommen hat, mag ich hier auch mal ein paar Ideen festhalten, was ich in Zukunft anders oder besser machen will und neue Konzepte festhalten. An dieser Stelle ist dieses Blog ein wenig die Erweiterung meines physischen Notizbuchs. Vielleicht auch inspiriert durch die Gründe, warum man überhaupt ein Journal führen sollte oder dem Ansatz des Hybrid Journals

Status Quo

Bisher habe ich von der Grundidee des Bullet Journals folgende Ideen übernommen:

  • Index
  • Monatliche Übersicht
  • Tägliche Übersicht
  • Sammlungen (Collections)
  • Migration (Offene Punkte von Vortagen und Monaten eruieren und weiterhin notwendige Punkte übernehmen)

Das Markup habe ich aber relativ schnell angepasst. Vielleicht inspiriert durch Dash Plus und Extending Dash Plus, aber auch durch einige Bullet Journals auf Pinterest:

Zugegeben, ich habe nicht alle Elemente übernommen. Markierungen für Fernsehen, Film, Bar, Kaffee, Restaurant, Buch, Blog oder Webseite brauche ich nicht. Wenn ich aber eine Mail schreiben, eine Facebook-Nachricht beantworten oder ein Telefonat führen muss, schreibe ich in das Aufgabenkästchen einen Buchstaben zur Kennzeichnung: M = Mail, T = Telefon, F = Facebook-Nachricht, W = Whatsapp, etc. pp.

Natürlich sind auch andere Markierungen und Farbkodierungen möglich. Aber prinzipiell versuche ich das tägliche „Journaling“ so simpel wie möglich zu halten, damit die Hürde so gering wie möglich ist. Farbliche Kodierung erachte ich aber in der Retrospekte sehr interessant, wenn man einzelne Einträge zu einem Thema passend markiert und so schnell z.B. einen Projektverlauf nachverfolgen kann.

Quo Vadis?

Für die Zukunft mag ich aber noch ein paar Ergänzungen einführen, die mir aktuell sehr nützlich erscheinen. Ein paar „Rezepte“ gibt es bereits auf der offiziellen Webseite der Idee.

Das Future Log habe ich bisher auch nicht verwendet. Nachdem ich aber diverse Geburtstage fast verpasst habe, werde ich dies aber in Zukunft einführen und diese besonderen Termin dann bei der Migration abermals in die Monatsübersicht übernehmen.

Interessant wäre ein „Monthly Chart“, also eine Monatsübersicht angereichert um eine Spalte für besondere Ereignisse. Beispielsweise: Sport gemacht, gekocht, auswärts Essen gewesen, Tätigkeiten im Haushalt, etc. pp. Zur Selbstkontrolle hat man dann quasi eine „Done“-Liste in schneller Übersicht.

Im der aktuellen Monatsübersicht werde ich auf jeden Fall noch eine Sektion für „Nächster Monat“ einführen. Dort kann man Termin-unabhängige Ereignisse festhalten, die man aber dennoch erst im nächsten Monat erledigen kann oder muss.

Mit ein paar Post-Its kann man dynamische Fortschritte wie in einem Kanban-Board erfassen. Wie weit das wirklich praxistauglich ist, müsste ich mal ausprobieren. So wirklich vermisst habe ich diese Darstellung von Aufgaben nicht, eine manuelle Migration oder Modifikation von offenen Aufgaben hat mir bisher immer gereicht.

Die Komponente mit den Sammlungen (Collections) werde ich wohl um ein paar feste Seiten ergänzen:

  • Geschenkideen
  • Wohnung / Haushalt
  • „Bucket List“ mit Ideen, die man irgendwann mal machen kann oder will, wenn man Zeit und Lust hat
  • Urlaub

Mit Post-Its kann man ein kleines Register einführen, damit man schnell zu häufig genutzten Seiten springen kann.

Was noch offen ist…

Einmal die Woche stelle ich einen groben Essensplan auf. Leider ist es mehr eine Idee denn ein wirklicher Plan. Manchmal reicht ein Gericht für mehrere Tage, manchmal hat man keine Lust auf ein Gericht oder aufs Kochen. Vielleicht muss ich für solche Einträge noch eine Wochenseite einführen, wo man auch anstehende Aufgaben im Haushalt erfasst…

Etwas abseits vom Thema…

Um seine To-Do-Listen etwas zu entspannen, hat Lifehacker 10 ungewöhnliche Tipps, die vielleicht helfen, dass man mit dem Bullet Journal wirklich etwas produktiver wird.