Listen: Rollenspieler-Habitus und Selbstverwaltung mit Android
Um meine ganzen Aufgaben zu organisieren, fertige ich für mein Leben gerne Listen an. Ich bin da nicht alleine, meine Bekannte Kat von heimlichen Leidenschaft bekannt. Und genau so gut kenne ich ein Dutzend weiterer Listen-affiner Personen.
Ob das eine gewisse Rollenspieler-Natur in mir widerspiegelt? Eigentlich kann ich RPGs nichts abgewinnen, muss aber gestehen, dass ich in diesem Sammeln und sortieren von Aufgaben eine gewisse Analogie zum “Erfüllen von Quests” sehe. Und manches Mal wünschte ich mir, anstelle des verdreckten Katzenklos oder stinkenden Müllsacks müsste ich einen Kerker voller wandelnder Untoter bezwingen. Das erscheint mir oft die angenehmere Alternative…
Wie dem auch sei, bisher war ich relativ oldschool unterwegs. Blatt Papier und Stift waren meine Waffen der Wahl - ob nun ein Pen’n Paper-Bezug angebracht wäre? Doch auf Dauer erschien mir der ökonomische und ökologische Aspekt dieses Vorgangs etwas unpassend. Irgendwann entdeckte ich dann den Web-Service Remember The Milk für mich. Eine feine Sache, nur hat dieser Service nach Anschaffung eines Smartphones einen kleinen Haken: Die passende Android-App benötigt einen Pro-Account bei RTM, der mal eben mit $25 pro Jahr zu Buche schlägt. In Anbetracht der entgegen gebrachten Leistung ist der Preis zwar durchaus adäquat, aber warum soll man nicht mal nach Alternativen schauen? Und genau das habe ich gemacht!
Positiv angetan war ich von Do It (Tomorrow). Es ist eine sehr einfache App, die sich optisch an einem Moleskin orientiert (Handletter-Font und Kaffee-Fleck inklusive) und im Endeffekt zwei Listen bereitstellt: Heute und Morgen. Jeder Liste kann man Aufgaben hinzufügen. Die Tasks lassen sich bearbeiten, Löschen, als erledigt markieren und auf die jeweils andere Liste verschieben. Simpel aber äußerst effektiv.
Etwas bekannter und mächtiger ist die Homepage auch die passende Software für den Desktop (Windows, Linux, OSX) bereitstellt. Entsprechend können hier Aufgaben zwischen den Systemen synchronisiert werden. Listen kann man beliebig erstellen und verwalten. Zu Aufgaben kann man Notizen, Fälligkeitsdatum und Erinnerungen anlegen. Und um einzelne Aufgaben in der Liste hervorzuheben, gibt es das “Priorisiert”-Flag. Auch wenn das Verwalten von Notizen bei Wunderlist deutlich komplexer ist als bei Do It (Tomorrow) gefällt mir gleichzeitig die Skalierbarkeit. Ich denke, dieses Tool wird meine Standard-ToDo-App!
Doch damit sind der Listen nicht genug! Denn ich habe immerhin nicht nur Aufgaben, sondern auch andere Dinge, die ich in Listenform pflege und abarbeite. Einkaufslisten zum Beispiel! Und da gibt es wieder zwei Kandidaten, die ich näher betrachtet habe.
Das simple Gegenstück zu Do It (Tomorrow) heißt in diesem Fall schlicht: Einfache Einkaufliste. Auch wenn man diese App immer auf der Einkaufsliste startet, kann man über das Menü weitere Listen verwalten. Das Hinzufügen von neuen Einträgen ist etwas umständlich: Klick auf ein kleines “+"-Symbol und es öffnet sich eine modale Abfrage, die nach dem Namen des Artikels fragt.
Auf der Suche nach einem virtuellen Notizblock bin ich dann auf Mobisle Notes gestoßen. Hier können verschiedene Notizzettel verwaltet werden, die man aber auch als Listen behandeln kann. Die Eingabe geht sehr einfach von der Hand: Einfach in eine Liste tippen und ein neues Element hinzufügen, jede Zeile ist ein neuer Punkt. Durch Wischen lassen sich einzelne Positionen auch zu Unterpunkten verschieben. Einzelne Notizen können mit Passwörtern versehen werden und optional wird immer die letzt verwendete Liste anstelle der Übersicht beim Programm-Start geöffnet. Diese Flexibilität siegt deutlich vor der Simplizität von einfache Einkaufsliste.
Und nun kann ich schon wieder einen Punkt von meiner To-Do-Liste streichen: “Listen-Apps evaluieren und darüber bloggen” ✔