CD-Collection Revisited KW36

Aktuell digitalisiere ich ja meine alte CD-Sammlung.. Da kann ich auch direkt mal wieder in das ein oder andere Album reinhören, was irgendwie in Vergessenheit geraten ist. Warum nicht also auch ein paar Notizen dazu hier hinterlassen?

Diese Woche habe ich bereits die 271. CD digitalisiert. 126 mehr als zum letzten Beitrag. Natürlich habe ich diese über Hundert CDs nicht alle gleichsam hören können, sondern eher selektiv gewisse Alben rausgepickt…


Cult Of Luna: Eternal Kingdom (Doom, Post-Rock)

Ich hatte wirklich vergessen, wie gut Cult Of Luna sind. Und gefühlt war die Band auch etwas vor ihrer Zeit, gefühlt würden die heute ähnlich durch Decke gehen, wie Amenra.

⭐⭐⭐⭐


This Gift Is A Curse: I, Guilt Bearer (Sludge, Black Metal, Crust)

Anstrengend, überladen, unheilvoll. Eigentlich genau mein Ding. Dennoch wird dieses Album wohl kein Dauergast in der Playlist, sondern wohl eher zu bestimmten Situationen kredenzt. Wahrscheinlich garniert mit einem guten Schluck Arsen oder so. Die dissonanten Dauergäste Deathspell Omega, Gorguts oder Ulcerate treten This Gift Is A Curse nicht vom Thron.

⭐⭐⭐


Who’s My Saviour: Glasgow Smile (Grindcore)

Hach, wieder instant love. Grindcore mit eine Mischung aus Melodie und Melancholie - dafür aber wesentlich weniger Blastbeats, als sich mancher Szene-Purist erhofft. Vielleicht ist es auch eher „Hardcore“ oder Crust. Ist mir egal. Eigentlich eine unterschätzte Perle.

⭐⭐⭐⭐


Eisregen: Krebskolonie / Farbenfinsternis / Wundwasser (Dark Metal)

Ach ja, Eisregen. Eine Band, die wohl ziemlich polarisiert. Und ja, manches ist schon harter Cringe. Aber wenn man die Band eher wie einen italienischen Horrorfilm der 70er oder 80er betrachtet, dann funktionieren einige Songs schon irgendwie ziemlich gut. Vielleicht ist das dieser Guilty Pleasure, von dem die Leute immer wieder sprechen? Mir egal! Ich gehe nun nackt Staubwischen und tanze dabei zu „Meine tote russische Freundin“.

🧟🧟🧟🧟🧟


Vader: The Beast (Death Metal)

Als ich damals zum Death Metal gekommen bin, war Vader irgendwie ein Goldstandard in der Presse. Heute höre ich mehr die Thrash Metal Noten aus „The Beast“ heraus, als seinerzeit. Insgesamt schon solide gemacht und sicherlich durch die fette Produktion ein Gewinner im Loudness-War. Aber es ist schon ziemlich ordinär, was die Polen da so abliefern. Naja, liegt vielleicht daran, dass sich Vader für mich immer an „Litany“ messen muss, die - zugegebenermaßen - auch primär wegen der garstigen Überexponierung der Kickdrum so unglaublich in die Fresse geht. Sei’s drum, das Album ist okay und kann durchaus als Hintergrundrauschen oder Soundtrack zum Sport genutzt werden. Schlecht ist es ja nicht.

⭐⭐⭐


Centaurus-A: Narcotic (Technical Death Metal)

Leider so eine Eintagsfliege aus der Nachbarschaft. Diese Kölner Band war in ihren Fähigkeiten und ihrem Stil vielleicht etwas zu früh unterwegs. Ein paar Jahre später, hätte man zusammen mit Obscura sicherlich zusammen die Bühnen der Welt bespielt. Aber ähnlich ging es ja auch schon Atheist, obschon Centaurus-A sicherlich etwas melodischer und zugänglicher sind. Egal, die Band ist nicht mehr, und diese 4-Track EP ist die einzige Erinnerung an sie in meiner Sammlung. Leider auf CDr mit Sticker oben drauf, der sich langsam bereits ablöst. Darum direkt mal als Flac-Dateien archiviert.

⭐⭐⭐⭐


Carnage: Dark Recollections (Death Metal)

Hach, wie schnörkellos und direkt. Dazu immer wieder abrupte Ausbrüche in Blastbeats, dass die Scheibe heute wohl eher dem Genre Death-Grind zugeordnet würde. Und natürlich super viele Crust D-Beats. Was soll ich sagen, nicht zu Unrecht ein Klassiker des schwedischen Death Metals. Liebe geht raus!

⭐⭐⭐⭐


Deranged: The Redlight Murder Case (Death Metal)

Auch wieder: Stumpf ist Trumpf. Vielleicht nicht ganz so stupide wie Lividity, aber in die ähnliche Richtung. Gerade beim Teichbuddeln im Garten war dieser Presslufthammer die perfekte musikalische Untermalung. Und ich glaube, zu dem Zeug kann man auch super im Gym den Neandertaler raushängen lassen und schwere Gewichte bewegen.

⭐⭐⭐


Intestinal Disgorge: Sociopath (Noise Grind)

Noise Grind. Ja, wenn man denkt, dass Grindcore schon die maximale Destruction dessen sei, was allgemeinläufig als Musik erachtet wird, kommt irgendeine Band und setzt noch ein Sahnehäubchen oben drauf. In einer Schnittmenge zwischen Gronibard und Anal Cunt verfolgen Intestinal Disgorge eigentlich nur ein Ziel: Unbequem sein. Es klingt wie ein Beutel voll kaputtem Geschirr, in dem sich 5 Opossums mit ADHS prügeln. Ich muss gestehen, irgendwie finde ich es ja ganz nett, allerdings weiß ich auch nicht, wie gezielt ich mir diese Scheibe selber in Zukunft auflegen werde. Ich glaube, wenn ich wirklich Lust auf musikalische Zerstörung habe, greife ich tendenziell doch eher zu Last Days Of Humanity, Archgoat oder Revenge.

⭐⭐


BruceXCampbell: We are all kamikaze (Grindcore)

Hach, einfach ein schörkelloses, klassisches Grindcore-Album. Vielleicht knapp an der Grenze, wo doch etwas zu viel Vulgarität in das Genre kommt, aber auch nur knapp an der Grenze. Ich mags.

⭐⭐⭐⭐


Carcass: Symphonies Of Sickness (Grindcore, Goregrind)

Das Album lief nebenbei, als ich meinen Raspberry Pi zum Airplay Receiver aufgesetzt habe, und war quasi das Pilotmaterial, ob mein Setup klappt. Es ist ein Klassiker und kommt regelmäßig in meine Playlist. Auch wenn ich gestehen muss, dass mir die „Reek Of Putrefaction“ doch etwas besser gefällt. Danach hat sich die Band ja schon deutlich weiterentwickelt, weniger Goregrind, mehr Death Metal und mehr Melodieverständnis. Dennoch sind diese frühen Alben sehr wichtig für das Verständnis, was Grindcore überhaupt ist, und was die Wurzeln von vielen heutigen Interpretationen des extremen Metals sind.

⭐⭐⭐⭐


Cattle Decapitation: Humanure / Karma.Bloody.Karma (Death-Grind)

Ich mag ja die „Harvest Floor“ total gerne. Darum habe ich auch im Back-Katalog der Band weiter eingekauft. Aber auch heute schaffen es diese beiden Alben nicht wirklich, bei mir irgendwas zu bewegen. Es ist ordentlich gemacht. Aber vielleicht auch etwas überambitioniert. Vielleicht wäre less-is-more das bessere Paradigma für diese beiden Scheiben gewesen. Am Ende rauschen beide Alben - bis auf geringe Achtungsmomente - recht spurlos an mir vorbei.

⭐⭐