Caped Crusader
Ich bin ja ein riesen Batman-Fan. Natürlich in den 90ern sozialisiert mit „Batman: The Animated Series“, haben vor allen Dingen die Tim Burton Filme meinen Sinn für die Ästhetik von Gotham City geprägt. Leider habe ich dann noch so Totalausfälle wie „Batman Forever“ oder „Batman und George Clooney“ mitnehmen müssen, aber zum Glück gab es zu dieser Zeit schon einen großen Fundus an richtig guten Comic-Geschichten, die es leider nie in eine Realverfilmung geschafft haben, sondern leider immer nur als Zeichentrickfilm verwertet wurden. Die meisten habe ich leider noch nicht gesehen, habe aber auch ein wenig Angst, dass die filmische Umsetzung in Anbetracht der hervorragenden Comics nur enttäuschen kann. Schlussendlich sind aber „The Dark Night Returns“, „Year One“, „A Long Halloween“ und nicht zuletzt der „Knightfall“-Zyklus geheiligte Paperbacks in meinem Bücherregal. Und ich weiß da durchaus auch „The Batman“ und seinen Ansatz sehr zu schätzen, dass eben die düstere, anti-heldische Seite von Batman mehr in Szene gesetzt wird. Für mich ist Bruce Wayne eh der große Bruder von Patrick Bateman.
Aber worauf ich eigentlich hinauswollte: Eher durch Zufall bin ich letztens auf „Batman: Caped Crusader“ gestoßen. Die Frau war unterwegs und ich hatte mal Kapazitäten. Und meine Herren, was ist das denn bitte für eine grandiose Serie? Hier werden bewusst Erwartungen gebrochen, Charaktere bekommen auf einmal andere Geschlechter, Geschlechtsidentitäten oder gar alternative Rollen. Selbst als Kenner von Gotham City wird man immer wieder überrascht und genau so unterhalten, wie man es sich von einem düsteren Batman erwartet. Angesiedelt in einem sehr authentisch umgesetzten New York, pardon, Gotham, der 1920er Jahre, gelegentlich etwas zeitgenössischem Okkultismus des frühen 20. Jahrhunderts beigestreut und dazu die bekannten Elemente aus Korruption, Mafia, Kleinkriminellen und Schurken in allerlei Geschmacksrichtungen. Köstlich!
Und passend dazu war die Frau dieses Wochenende wieder unterwegs und ich entdeckte eine neue Staffel vom „Caped Crusader“. Und die ist sogar noch besser als die erste. Wesentlich brutaler, One-Show-One-Case, aber mit durchgängiger Backstory und immer wieder kleinen Ausblicken auf das große Staffelfinale, was natürlich so offen ist, dass man sich denken kann, in welche Richtung die nächste Staffel galoppieren wird. Und immer wieder überraschende Wendungen, Variationen und Anspielungen, dass man auch außerhalb der Episoden noch darüber nachdenken muss. Nach jeder Folge dachte ich mir nur: Was ein geiler Scheiß!