Unreal: WWE, McMahon und Hulk Hogan

Ich bin ja in der Hochphase des Wrestlings groß geworden. Anfang der 90er gab es bereits hier einen riesen Hype um Hulk Hogan, den Undertaker, Macho Man, Hitman Hard und Konsorten. Doch gleichsam muss ich zugeben: Das war nicht wirklich meins, sondern ich bekam es nur peripher auf dem Schulhof und im Freundeskreis mit. Irgendwie fand ich es schon damals doof, dass das alles nur gespielt ist. Und irgendwann verlor sich das Thema, sowohl im großen Hype, wie auch im Interesse aus dem Umkreis. Jahre später war ich dann doch etwas überrascht, dass sich einige Bekannte, mittlerweile durchaus im gestandenen Erwachsenenalter und brauchbar gebildet und kultiviert, weiterhin für Wrestling interessieren und es fast schon zelebrieren.

Nun denn, jedem das seine. Da wir uns aber nicht vollends von der allgemeinen Nostalgie des Zeitgeistes freisprechen können, und Dokumentationen jedweder Art nicht abgeneigt sind, schauten wir eines Abends die Dokumentation über Hulk Hogan auf Netflix. Ein durchaus sympathischer Kerl (wenn man mal über seine MAGA-Einstellung hinwegsieht) mit einem sehr spannenden Werdegang. Innerhalb seiner Charakterentwicklung wurden dann auch ein paar Hintergründe um WWE (Seinerzeit noch WWF) und andere Organisationen beleuchtet, die uns schon neugierig machten. Und natürlich war da dieser McMahon.

McMahon war mir eigentlich nur durch diese Internet-Memes bekannt. Und auch hier hat Netflix eine Dokumentation zu diesem eher unsympathischen, aber durchaus interessanten Menschen. Abermals bekommt man weitere Einblicke in das Wrestling und das Business dahinter.

An dieser Stelle knüpft dann die Doku-Reihe „Unreal“ (gleichsam auf Netflix) an. Es geht um das aktuelle Business der WWE. Um die Arbeit hinter der Show. Aber auch um die Menschen hinter den Charakteren. Viele der heutigen Superstars und alten Hall-Of-Famer sind mir persönlich längst unbekannt; in über 30 Jahren ist viel passiert. Aber auf einmal entdeckt man sehr sympathische Charaktere; Spätestens in der Episode „Life Happens“ aus Staffel 3 wird man großer Fan von CM Punk und seiner Liebe zu seinem Haustier.

Schlussendlich konnten mich die Dokus zwar nicht davon überzeugen, mir die einzelnen Shows anzugucken. Ich habe es zwar probiert, auf Netflix finden sich neben den Dokumentationen auch Unmengen von klassischen wie heutigen „Kämpfen“. Aber das ist nach wie vor nicht meins. Die Dokumentationen hingegen zeigten mir Facetten in dem Sport und Business, die mir bisher nicht bekannt waren und irgendwie überraschend fesselnd und unterhaltsam sind.

Ich persönlich freue mich also schon auf eine neue Staffel von „Unreal“ und kann die gesamten Dokus auch an Nicht-Wrestling-Fans empfehlen.

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